Mittwoch, 12. März 2008

supermassive black hole :(

Gestern war ich das letzte Mal fürs Student Tutoring in Hemdean House School. Obwohl es manchmal recht lästig war hinzufahren - es war so traurig schon wieder Abschied zu nehmen. Besonders wegen Barbara, meinem link teacher, die sich immer so lieb um mich gekümmert hat (Kaffeeklatsch ohne Ende in den Pausen!) und die mich und Stellina letzten Sonntag zum perfekten Lunch zu sich nach Hause eingeladen hat. Wir haben uns aber gegenseitig versprochen uns wiederzusehn, da sie ja auch Verwandte in Düsseldorf hat und somit schon zwei Gründe nach Deutschland zu kommen. Dann hab ich auch noch ne total süße Abschiedskarte von allen Schülerinnen bekommen bei denen ich im Unterricht dabei war - da geht einem direkt das Herz auf... ob ich wohl je so liebe Schüler wie Emma, Rachel und Courtney haben werde, meine Supermädels aus der Upper five die ich fürs German GCSE gedrillt hab???
Dann abends nochmal ein riesen Down: Seit Wochen hab ich mich auf eine letzte, fest eingeplante Woche Peter gefreut, bis ich diese Nachricht auf studivz las dass er in Deutschland ist und auch dort bleiben wird...natürlich haben wir gleich geskypt. Seine Bankkarte wollte ihm trotz gedecktem Konto kein Geld mehr geben, und so konnte er nicht mal den Zug zum Flughafen kriegen! Natürlich, er hätte einfach schwarzfahren können und ich hätte ihm in England locker genug Geld zuschieben können. Aber zum einen konnte er mich nicht auf dem Handy erreichen und wusste nicht ob ich überhaupt genug Geld habe, und zum anderen ist Peter eben Peter und Peter never asks for anything! Umbuchen ging auch nicht, neuer Flug zu teuer...lange Rede kurzer Sinn: It may have worked, but at what price? Da wir aber schon früher zweimal zusammen in London waren bin ich zuversichtlich dass wir das wiederholen werden und die Game Gossiper dann treffen. Und nach Reading ist es dann auch nicht weit um Luke, James, Atahl und andere Dauerengländer kennen zu lernen. Immer dieser Optimisms...zum Kotzen!
Naja, nach Überwindung der ersten Enttäuschung stand abends Upin Arms auf dem Programm, und obwohl ich die Nacht davor sehr schlecht geschlafen hab und heute eigentlich früh aufstehen wollte, konnte ich den Alkohol und die Überwindung aufbringen, danach noch ins revolutions (wegen geschlossenem reflex) mitzugehen; es war dann doch noch ein recht netter, tanzintensiver Abend und für Edmee das erste Mal in einem Club in Reading (!!!). Beim Heimweg gabelten wir Phil aus Liverpool auf, ein Business and German student, der sich weigerte Englisch mit uns zu reden; Kommunikation wäre dennoch (fast) möglich gewesen...wenn Edmee nur Deutsch verstehen würde! Außerdem eskortierten wir noch einen sturzbesoffenen schwankenden Typ aus Swansea heim (nicht heim nach Swansea, nur in die Hatherley Road :)) der sich trotz seines kritischen Zustands empörte als englisch bezeichnet zu werden: "Well I'm WELSH, that's NOT quite the same!!!

Donnerstag, 28. Februar 2008

Noch halb da - schon halb weg!

Wie die Zeit vergeht. Noch drei Wochen und ich ziehe mich wieder zurück in heimische Gefilde, wo ich auf wilde englische Zeiten wehmütig zurückblicken werde. Es wird hart, es wird nie wieder wie es war. Aber trotzdem sehne ich mich nach Hause, wo nicht alles so oberflächlich und absehbar ist wie hier. Es ist halt immer schwer wenn etwas zu Ende geht, waren das noch Zeiten..., könnte ich nur nochmal zurück..., die beste Zeit meines Lebens ist vorbei...! Schöne Erinnerungen tun gut , aber gleichzeitig weh. Von den Menschen die mir wichtig sind, kann keiner diese Gefühle nachvollziehen, sie sind wie ein verborgener Teil von mir. Ich würde die letzten drei Wochen gerne noch mehr erleben und alles ganz intensiv - aber die Zulassungsarbeit wartet...Doch nach Andi und meinen Augsburger Mädels kann ich mich zum Schluss nochmal auf Besuch freuen: Ich werde mit Peter London und Reading das Fürchten lehren; er ist der beste Englandbegleiter den man sich vorstellen kann, das weiß ich aus Erfahrung! Things to do: GameGossip-Treffen, vielleicht ein neuer Haarschnitt bei der Toni&Guy Academy und ein Screenplay mit Luke vorführen...!

Samstag, 16. Februar 2008

Austrian Culture Awareness Day

Diesmal sind wir alle an unsere Grenzen gegangen und haben sie zuweilen auch überschritten. Wenn Österreicher feiern, braucht sich keiner mehr einbilden er könnte mit einem Kater und einer leicht ungeordneten und klebrigen Küchen davonkommen. Nicht wenn man den "Zaubertrank" von Chris und seinen Landesgenossen gebraut bekommt, "die Kaltschale" den "Schenkelspreizer" oder wie auch immer man diese teuflische Mischung aus Vodka, Prosecco, Read Bull und Cocktailfrüchten nennen mag. Sein Bann breitete sich über alle Landesgrenzen hinweg aus, so dass unser sonst so puristisch lebender Engländer, Luke, schon bald tanzte, lachte und redete wie wenn es kein nächstes Mal mehr gäbe, um dann in seinem Zimmer dafür mit seinem Mageninhalt zu büßen. Doch auch ich wusste nicht mehr wie mir geschah, ich sah mich plötzlich auf meinem Bett, im nächsten Moment eine unschöne Mischung auf dem Teppich-Boden, dann Menschen die mir besorgt und verständnisvoll beistanden wenn es wieder mal soweit war...Nach einem frühmorgendlichen Annäherungsversuch eines weiteren Kaltschalenopfers brach Dämmerung über mich herein aus der ich erst erwachte als der Nachbar ungeduldig unseren Briefkasten schepperte (Klingeln gehören nicht zum Standard englischer Häuser). Er deutete auf zwei Mülltonnen und fragte ärgerlich: "What's this?!" Gerne hätte ich geantwortet, es seien zwei Mülltonnen, jedoch schien dies in Anbetracht seines gefährlichen Gesichtsausdrucks eine unangebracht provozierende Antwort zu sein. So antwortete ich irritiert: "I don't know, but it's very strange." Es war strange indeed, denn es waren seine Mülltonnen, die offenbar ein Verwirrter, der in den Zaubertrank gefallen war, mit einigen Bruchstücken aus der Schutthalde zusammen in unseren Vorhof gehievt hatte. So fielen an diesem Morgen so einige "Reperaturarbeiten" an, angefangen mit meinem Teppich bis über einen kohlschwarzen und rotweinbesudelten Boden hinaus. Es war uns vielleicht eine Lehre, und doch wissen wir tief in unserem Inneren, obwohl der März naht, es war noch nicht das letzte Mal, denn remember the best times are yet to come.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Cornwall - heaven for everyone and pasties to shout about


Ein weiterer international trip, diesmal privat organisiert mit Julia und James, Chris, Stefan und Jan sollte alle bisherigen schlagen! Mit dem Vauxhall Safira chauffierte Chris uns zuerst nach Exeter mit seiner gigantischen Kathedrale, weiter nach Torquay und schließlich ins palmenbesiedelte Plymouth, das jedem Klischee über das verregnete England widersprach. Da es schon dunkelte suchten wir sofort unsere Bleibe, die wir leider mit einem langfristigen 8 bed dorm Bewohner teilen mussten. Nachdem wir Jan, der für schlappe 74 Pfund ("what shalls!") später mit dem Zug nach Plymouth nachgereist war, vom Bahnhof abgeholt hatten, verbrachten wir einen feuchtfröhlichen Abend in der 80er-Disco "Reflex". Dem Aussehen der Besucher nach lassen die Türsteher anscheinend nur unattraktive oder total abgestürzte Personen (zu denen wir dazuzurechnen sind) in den Club, aber sonst konnte man da nicht meckern: David Hasselhof blickte uns stolz von der Wand entgegen und durch die Musik fühlte man sich sofort in die Zeit Madonnas und des Mantas zurückversetzt. Zurück im Hostel fühlte sich der besagte Langzeit-Hostelbewohner in seiner Ehre angegriffen da wir es wagten, das Licht anzumachen. Daraufhin lehrte er uns RESPECT zu zeigen und untermauerte seine Lektion noch mit ohrenbetäubendem Schnarchen - tit for tat!
Am nächsten Tag genossen wir ein English Breakfast in Plymouth und zogen weiter nach Land's End, dem südlichsten und westlichsten Punkt der Insel: The most impressive coast I've ever seen! Wir dachten schon an ein Fernstudium von der Küste aus, aber spätestens als wir bemerkten dass man dort nicht mal ein Netz fürs Handy hat, bekamen wir Existenzängste und zogen wieder von dannen. Beim nächsten Halt musste der arme Jan im Salzwasser seine Lederjacke reinigen, he was shat upon by seagulls! Cornish Pasties stimmten ihn letztendlich aber wieder versöhnlich. Unser zweites Hostel war in Newquay, direkt am Meer! Es war ein wunderschöner Erlebnis mit einigen Carlsbergs und Strongbows bei Nacht den rauschenden Wellen zuzuhören, bis irgendein Scherzkeks einen Anschlag mit Eiswürfeln auf uns verübte - der Werfer wurde nicht identifiziert. Der nächste Tag war recht fahrtintensiv und der Kofferraumsitz des Safiras wenig beliebt. Bristol stellte sich dann aber doch als recht sehenswert heraus, so dass wir munter und zufrieden heil in De Beauvoir ankamen.

Dienstag, 15. Januar 2008

Reunion




Weihnachten und Silvester vergingen wie im Flug und ich finde mich nach einer Woche "Urlaub" (was heißt das schon im Leben eines Erasmusstudenten!) zusammen mit meinem Freund in der Realität einer südenglischen Stadt, nicht weit von London, wieder. Eine gelungene Wiedervereinigungsparty in der Star-WG der De Beauvoir Road gab uns allen am Freitag die britische Lockerheit und das alte, vorweihnachtliche Zusammengehörigkeitsgefühl zurück; hilfreich war hierbei vor allem die glorreiche Idee eines Engländers, alle Gäste (zwischen 30 und 40 an der Zahl) in den bathroom zu verfrachten, nur um erstens zu sehen, ob sich genug Dumme finden die mitmachen (bestätigt!!), und zweitens ob wir alle reinpassen (ebenfalls bestätigt!). Am Mittwoch machte ich mit Matthias bei einer klassischen Touritour London unsicher...auch machte London UNS gegen abend unsicher. Da wir Karten für das Musical "We Will Rock You" besassen, war unser Plan, den Bus zum Picadilly Circus zu nehmen und gemütlich zum Dominion Theatre zu schlendern. Unglücklicherweise stand zwar "Picadilly" vorne auf der Bus-Anzeigetafel, jedoch führte dieser uns letztendlich nach East Putney, so dass wir letztendlich nach Luft japsend 5 min nach Vorstelllungsbeginn im Theater eintrafen, wo freundlicherweise jemand extra da war, um sich um Trödeler wie uns zu kümmern. Das Musical war dann berauschend - wie auch sonst, wenn über 2 Stunden die besten Queen Songs ever gespielt und von viel Humor und einer netten Story umrandet werden? Ein Besuch in Oxford stellte 2 Tage später einen besinnlicheren Ausgleich zum hektischen London dar und wir besichtigten abermals das Christchurch College und seine wunderbare alte Kirche. Leider waren meine Schuhe, sowie auch die Socken bereits auf dem Weg zum Bahnhof vollkommen regendurchweicht - you have to get used to it - this is England. Heute hieß es, sich von Matthias abermals für 8 Wochen zu verabschieden; jedoch diesmal der Zeit in England etwas gelassener entgegenblickend.