Montag, 3. Dezember 2007

Edinburgh


10.30 nachts startete der Bus nach Norden. Wir hätten großzügige neun Stunden Zeit zu schlafen gehabt. Leider war das nur theoretisch möglich, denn es war f***ing cold im Bus! Der 74-jährige Busfahrer konnte hierbei nur mit seiner enormen Weisheit weiterhelfen: "It's not cold. This is England - you have to get used to it!" Jedoch war Chris ein exzellenter Nebensitzer, der mich mit seinen Versuchen, dialektfrei deutsch zu sprechen ("Na Alter, da wolln wir doch mal kräftig Bier saufen gehn...") ständig bei Laune hielt. Total am Ende und nachdem der Busfahrer Schotten, die er als ein zur englischen sprache unfähiges "Pack" bezeichnete, nach dem Weg gefragt hatte, kamen wir morgens um halb neun in der schottischen Hauptstadt an, wo wir uns erst mal stärken mussten um dann auf Sightseeing-Tour zu gehen. Der Eintritt (11Pfund) für das Castle war für uns recht abschreckend, da wir uns offensichtlich schon an die schottische Sparsamkeit angepasst hatten - stattdessen fanden wir Zuflucht auf einem deutschen Weihnachtsmarkt, auf dem es nach "3 saussages in a roll with Sauerkraut" auch Glühwein gab. Passte ja auch wie die Faust aufs Auge: Wir waren alle 6 zumindest deutschsprachig. Vom schottischen Wind ganz schön durchgefroren gings weiter ins Royal Museum. Jedoch konnten wir es uns bald nur noch aus dem Glaslift ansehn, der stecken geblieben war...fast eine Stunde konnten wir uns darüber unterhalten wen wir als erstes essen würden und wer den Bestand unserer "Liftgesellschaft" sichern würde. Auf unser um-Hilfe-Winken, winkte das Museumspersonal zunächst nur freundlich zurück und der Ingenieur verfuhr sich auf dem Weg zum Museum, wir waren solange auf grausame Weise selbst zu einer Touristenattraktion geworden...dafür gab es zur Entschädigung zunächst Kaffee, auf Nachfrage dann aber auch Kuchen vom Museumsleiter, der natürlich sehr besorgt um unser Wohl war. Nachdem wir endlich im Hostelzimmer einchecken konnten, ging auch schon die Vorbereitung für den abend mit Bier und Cider los. Romain war hierbei unser Quotenfranzose, der dafür sorgte dass in unserem Zimmer nicht dauernd deutsch gesprochen wurde. Im Club später war es klasse, habe noch nie so viele Erasmusstudis in so guter Stimmung auf einmal auf der Tanzfläche gesehen! Das kompensierte die überaus schlechte Musik sehr gut. Irgendwelche Nicht-Erasmus-Leute fing jedoch zu schlägern an, schubsten alle zur Seite, so dass ich auch einen Ellbogen ins Gesicht bekam. Dies war ein guter Zeitpunkt, schlafen zu gehen. Nach einer abendlichen Wrestling-Vorstellung zweier unserer Jungs konnten wir endlich ins Reich der Träume begeben. Am nächsten Tag stand wieder Busfahren ohne Ende auf dem Programm, dieses mal war es so warm und stickig gegen Ende dass ich schon damit rechnete, bewusstlos zu werden. Überlebt haben wirs am Ende aber doch alle und der gesamte Trip war die lange Busfahrt einfach wert!

3 Kommentare:

AnnDee hat gesagt…

Wie geil! Das war ja sehr erlebnisreich... ich danke tausendfach für die nette Karte. Doch eines lässt mir keine Ruhe: wer wäre denn als erstes gegessen worden?

Angie hat gesagt…

Chris hat sich freiwillig gemeldet - es sei am meisten an ihm dran, so derselbige. Aber jeder musste Opfer bringen. So sollte ich z.B schwanger werden, damit unsere Lage endlich als Notfall anerkannt wird...

AnnDee hat gesagt…

Ich lach mich schlapp!! Du hast echt gut! Ihr seid sooooo ne coole Truppe!