Freitag, 14. Dezember 2007

Manicsmania


I face the day of departure! Ja, heut gehts zurück in die Heimatstadt, was ich vor lauter Vorfreude kaum erwarten kann, obwohl es hier die letzten Tage sehr cool war...Höhepunkt war natürlich das Konzert der walisischen Band Manic Street Preachers, zu dem ich mich mit Ed mitten im feierabendlichen, buisy London traf. Nach einem Drink in der LSE, Londons bester Uni, gings mit dem Bus nach Brixton, einem der vielleicht schlechtesten Viertel Londons. Nach zwei weiteren heitermachenden Drinks und der gar nicht schlechten Band >Cherry Ghost< gings los: Die Manics heizten mit Motorcycle Emptiness ein und die Masse rockte von Beginn bis Ende, was mir ab und zu fast den Atem nahm...zugegeben war unser Platz gut gewählt, ca. 5. Reihe! Nie hätte ich mir träumen lassen, dass die Manics, nun schon in ihren Vierzigern, immer noch die Energie aus Zeiten der "Holy Bible", ihrem vielleicht brilliantesten Album, zeigen. Nicky Wire trug ein Faltrenröckchen und halterlose Strümpfe, sexy wie nie, und James brüllte voller Überzeugung melodisch ins Mikro. Auch wurde eine Gedenkminute dem verschwundenen Ex-Gitarrist Richie gewidmet. Alles in allem ein sehr gelungenes Konzert, dessen Bann sich auch der gestresste, zukünftige "Dr" Ed Packard nicht entziehen konnte: "I felt like seventeen!" And that's what it should be like!

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Group dynamics

...und wieder sind zwei Tage vergangen ohne den geringsten Fortschritt mit meiner Zulassungsarbeit. Aber Chris Geburtstagsgeschenk sollte einfach was besonderes sein. Von Marcs and Spencer über Poundland zum Sainsbury zog es uns, um 20 kleine Sächelchen für seinen Adventskalender zusammenzusammeln: Dabei waren u.a. eine "gorgeous pink hot water bottle", ein ebenso pinker Barbie-Lolli, eine Santa Claus Mütze, ein Spielzeugauto und nicht zu vergessen Boxershorts! Als die Party in vollem Gange war, fingen wir an "Happy Birthday" zu singen, und mit einem weihnachtsmannanmutenden "HOHOHO" wurde ihm der Christmas Sack mit dem Kalender überreicht. Es war so schön, ihn sichtlich gerührt zu sehen...und dann wurde die Party ein echter Knaller, mit ca. 30 Leuten, who totally freaked out and didn't leave the smallest rest of alcohol in the fridge. Man trug sich gegenseitig rum, schoss doofe Fotos und lachte sich halb tot bis halb sieben in der Früh! Um elf gingen nach vier Stunden Schlaf dann die Reinigungsarbeiten los - ich hab lang keinen dreckigeren Küchenboden und mehr leere Bierdosen und Becher gesehn...Chris würdigte die Mühe, indem er gleich sein rohes Frühstücksei fallen ließ und total perplex gleich noch ein zweites absichtlich hinterherschmiss. Die Jungs hatten dann heute eine sehr lustige zweite Party zu zweit und haben erst vor einer Stunde aufgehört zu drinken: Reparierbier sozusagen. Tja und was steht heute an? Schon wieder Christmasparty, diesmal im Dogma...da hört sich doch aber alles auf!

Montag, 3. Dezember 2007

Edinburgh


10.30 nachts startete der Bus nach Norden. Wir hätten großzügige neun Stunden Zeit zu schlafen gehabt. Leider war das nur theoretisch möglich, denn es war f***ing cold im Bus! Der 74-jährige Busfahrer konnte hierbei nur mit seiner enormen Weisheit weiterhelfen: "It's not cold. This is England - you have to get used to it!" Jedoch war Chris ein exzellenter Nebensitzer, der mich mit seinen Versuchen, dialektfrei deutsch zu sprechen ("Na Alter, da wolln wir doch mal kräftig Bier saufen gehn...") ständig bei Laune hielt. Total am Ende und nachdem der Busfahrer Schotten, die er als ein zur englischen sprache unfähiges "Pack" bezeichnete, nach dem Weg gefragt hatte, kamen wir morgens um halb neun in der schottischen Hauptstadt an, wo wir uns erst mal stärken mussten um dann auf Sightseeing-Tour zu gehen. Der Eintritt (11Pfund) für das Castle war für uns recht abschreckend, da wir uns offensichtlich schon an die schottische Sparsamkeit angepasst hatten - stattdessen fanden wir Zuflucht auf einem deutschen Weihnachtsmarkt, auf dem es nach "3 saussages in a roll with Sauerkraut" auch Glühwein gab. Passte ja auch wie die Faust aufs Auge: Wir waren alle 6 zumindest deutschsprachig. Vom schottischen Wind ganz schön durchgefroren gings weiter ins Royal Museum. Jedoch konnten wir es uns bald nur noch aus dem Glaslift ansehn, der stecken geblieben war...fast eine Stunde konnten wir uns darüber unterhalten wen wir als erstes essen würden und wer den Bestand unserer "Liftgesellschaft" sichern würde. Auf unser um-Hilfe-Winken, winkte das Museumspersonal zunächst nur freundlich zurück und der Ingenieur verfuhr sich auf dem Weg zum Museum, wir waren solange auf grausame Weise selbst zu einer Touristenattraktion geworden...dafür gab es zur Entschädigung zunächst Kaffee, auf Nachfrage dann aber auch Kuchen vom Museumsleiter, der natürlich sehr besorgt um unser Wohl war. Nachdem wir endlich im Hostelzimmer einchecken konnten, ging auch schon die Vorbereitung für den abend mit Bier und Cider los. Romain war hierbei unser Quotenfranzose, der dafür sorgte dass in unserem Zimmer nicht dauernd deutsch gesprochen wurde. Im Club später war es klasse, habe noch nie so viele Erasmusstudis in so guter Stimmung auf einmal auf der Tanzfläche gesehen! Das kompensierte die überaus schlechte Musik sehr gut. Irgendwelche Nicht-Erasmus-Leute fing jedoch zu schlägern an, schubsten alle zur Seite, so dass ich auch einen Ellbogen ins Gesicht bekam. Dies war ein guter Zeitpunkt, schlafen zu gehen. Nach einer abendlichen Wrestling-Vorstellung zweier unserer Jungs konnten wir endlich ins Reich der Träume begeben. Am nächsten Tag stand wieder Busfahren ohne Ende auf dem Programm, dieses mal war es so warm und stickig gegen Ende dass ich schon damit rechnete, bewusstlos zu werden. Überlebt haben wirs am Ende aber doch alle und der gesamte Trip war die lange Busfahrt einfach wert!